Mission completed: Die Legionäre feiern das Halbfinale. (Foto: Holger Schellkopf)

Maximales Drama, perfektes Ende: Legionäre im Halbfinale

Guggenberger Legionäre lassen sich weder von Regen, noch von eigenen Fehlern oder Super-Pitcher Kubo aufhalten und entscheiden die Serie gegen Hamburg mit zwei Sonntagssiegen für sich.

Was für ein unglaublicher Baseball-Tag in der Armin-Wolf-Arena. Alles begann mit viel Wasser, ähnlich wie am Vortag verwandelte der Regen den Platz pünktlich zum geplanten Spielbeginn zur Mittagszeit in eine riesige Pfütze. Mehr als zehn Stunde später endete es wieder mit Wasser. Diesmal waren es aber ein paar Freudentränen, die sich bei Mannschaft und Fans angesichts des Happy Ends im entscheidenden Spiel ihren Weg bahnten.

Aber der Reihe nach. Die Legionäre hatten am Samstag in der Serie ausgeglichen, sich dabei gegen Hamburgs Top-Pitcher Yasutomo Kubo durchgesetzt. Gute Voraussetzungen, um am Sonntag nachzulegen. Erstmal legte aber das Wetter nach. Bei gerade mal drei gespielten Innings war schon wieder Schluss. Der Platz stand erneut unter Wasser. Mit vereinten Kräften, Spieler inklusive, machte die Legionäre-Truppe das Feld erstaunlich schnell wieder einsatzbereit.

Pedrol dominiert, Legionäre in Führung

Mehr als bereit war dann auch Christian Pedrol. Er lieferte eine blitzsaubere Vorstellung ab.  In acht Innings musste nur er zwei Hits, einen Run und zwei Walks zulassen, lieferte selbst aber zwölf Strikeouts ab. Joe Cedano De Leon ließt im neunten Inning keine Frage aufkommen.

In der Offensive hatte Alex Schmidt mit einem RBI-Double für Elias von Garßen das Signal zur Attacke gegeben. David Grimes und Eric Harms fanden die Idee ziemlich gut, brachten ihrerseits erst Matt Vance und dann Alex Schmidt selbst über die Platte. Mit dem 3:0 im Rücken fühlte sich die Partie schon wesentlich angenehmer für die Legionäre an.

Im fünfte Inning legte David Grimes noch einmal nach, David Dinski punktete. Schon im nächsten Spielabschnitt brachte Daniel Patrice den sechsten Run nach Hause. Da störte auch der Hamburger Ehrenpunkt nicht wirklich. Spiel 3 und damit die 2:1-Führung für Regensburg war im Sack.

Kubo bewundernswert

Ein paar Minuten später trauten viele Baseball-Fans in Regensburg ihren Augen nicht.  Yasutomo Kubo, tags davor knapp 120 Pitches auf der Uhr, stand für Hamburg in Spiel 4 schon wieder auf dem Mound. Diesmal sollte der Japaner in mehr als neun Innings sogar noch deutlich mehr Würfe nehmen. Eine schier unglaubliche Leistung des 42-Jährigen. Dabei brachte er die Regensburger Offensive sehr lange sehr ordentlich zum Nachdenken.

Derick Bayliss hatte dagegen als Starter für die Legionäre deutlich mehr zu kämpfen. Im ersten Inning rettete er sich noch schadensfrei, im zweiten Abschnitt klauten sich die Stealers aber ihre Punkte. Die Legionäre lagen plötzlich 0:3 zurück.

Regensburg in Schwierigkeiten

Nicht unbeteiligt daran auch die Umpire. Der zuständige Herr in Blau hatte wohl Einziger im Stadion keinen Tag von Devon Ramirez an der First Base gesehen, gab den betroffenen Hamburger safe. In der Konsequenz ein fehlendes Aus, das mindestens einen Punkt mehr für die Gäste ermöglichte. Gleichzeitig nicht der eigentümliche Call im Verlauf der Partie, die in Sachen Drama und Emotion immer mehr Fahrt aufnahm.

Regensburg meldete sich direkt im Anschluss zurück. Ein Triple von Nino Sacasa brachte Daniel Patrice nach Hause, Matt Vance schickte dann per Single Sacasa über die Platte. In den nächste beiden Innings drehten die Legionäre die Partie sogar zum ersten Mal. Devon Ramirez nach Single von Eric Harms und Elias von Garßen nach Single von Alex Schmidt brachte die Heimmannschaft wieder in Front.

Aber im Anschluss häuften sich plötzlich die Fehler bei den Legionären. Im fünften Inning kassierten die Regensburger vier Runs, drei davon allein durch Walks bei Bases loaded. Es hätte aber sogar noch schlimmer kommen können, da am Ende des Innings immer noch drei Hamburger auf Base standen.

Doppeltes Legionäre-Comeback

Alex Schmidt verkürzte dann noch einmal nach RBI-Double von Devon Ramirez. Aber wenig später bauten die Stealers ihre Führung sogar auf vier Punkte aus. Mit einem 5:9 ging die Legionäre in Inning 8. Inzwischen war es längst dunkel geworden. Aber das Team brachte die Augen der Fans wieder zum Leuchten. Runs durch Matt Vance, Trevor Holloway, Devon Ramirez und Eric Harms sorgten für den frenetisch gefeierten Ausgleich. Regensburg hatte sich erneut zurückgekämpft.

Ein Spielabschnitt ohne Hits auf beiden Seite führte direkt in den Tie-Break. Da rutschte allen, die es mit den Legionäre halten, zunächst einmal das Herz in die Hose. Hamburg hatte plötzlich bei null Aus alle Bases besetzt. Aber Joe Cedano de Leon, er hatte inzwischen wieder auf dem Mound übernommen, bewahrte die Ruhe. Zwei Strike-Outs und ein starkes Play von Alex Schmidt später war die Hamburger Offensive beendet.

Devon Ramirez macht die Fans glücklich

Solche Spiele sind die Zeit für Helden. Der Held der Legionäre war an diesem Abend Devon Ramirez. Sein Double schickte den schon auf halber Strecke jubelnden Kapitän Matt Vance zum entscheidenden Run nach Hause und die Legionäre ins Halbfinale. Mehr Drama geht nicht, mehr Jubel auch nicht. Während die Mannschaft der Begeisterung mit den Fans freien Lauf ließ, war Chefcoach Martin Helmig nur kurz anzusehen, was er mit dem Team geschafft hatte. Für Helmig, so viel war auch in diesem Moment klar, ist die Reise der Guggenberger Legionäre in dieser Saison noch lange nicht vorbei.

Im Halbfinale könnte es zum deutschen Clasico gegen die Heidenheimer Heideköpfe kommen. Der Südmeister muss dafür aber erstmal die wilden Farmer aus Dohren in den Griff bekommen. Der Underdog holte sich in Heidenheim das Spiel 2. Die Entscheidung wird am kommenden Wochenende fallen.