Zeigte in Polen eine starke Leistung: das bayerische Little-League-Team mit den Coaches.

Little League: Deutschland mit Legionären zurück auf der Welt-Karte

Die World Series bleibt vorerst noch ein Traum, aber das bayerische Team Germany hat sich beim Finalturnier der Europe-Africa Region viel Respekt und einen Startplatz für Deutschland im nächsten Jahr erspielt.

Der Traum von der World Series ist für die tschechische Auswahl wahr geworden, doch das für Deutschland startende Team aus Bayern hat sich über zwei Wochen hinweg im polnischen Kutno sehr viel Respekt erspielt. „Mehr als glücklich“ war das Coaching Team mit Headcoach Tomas Bison (der während des Turniers auch Geburtstag feierte) und Teammanager Klaus Hopfensperger, in Kutno vom Freisinger Claus Schertel unterstützt, mit der Vorstellung ihrer Truppe beim Turnier.

Zehn Siege in Folge

Die bayerische Mannschaft mit Spielern aus Erlangen, Freising, Gauting und Regensburg (Rasmus Dinesen, Daniel Scholz, Ricardo Wagner-Perez) hatte sich in der ersten Woche souverän für das Endturnier der Europe-Africa Region qualifiziert.

Im Double-Elimination-Turnier traf das bayerische Team im ersten Spiel auf Österreich und dominierte die Partie. Dennoch entwickelte sich eine zähe Angelegenheit. Bis zum 5. Inning stand nur ein knappes 1:0 auf der Anzeigetafel. Das bayerische Pitching war mit 14 Strike-Outs aber unüberwindbar für die Österreicher. Lediglich zwei Bälle wurden ins Feld geschlagen, beides einfache Groundouts zum Second Baseman. Gegen Ende klappte es dann bei der deutschen Vertretung auch in der Offensive, Ergebnis war ein dann doch deutlicher 7:0-Sieg.

Im nächsten Spiel gegen die Schweiz sollte es von Anfang an besser laufen. Nach zweimal je fünf Runs in den ersten beiden Innings und starker Defense war es mit dem Selbstvertrauen der Schweizer schnell vorbei. Nach dem 4. Inning stand der ungefährdete 10:0-Sieg nach Merci-Rule für Team Bayern fest.

Harter Kampf gegen Italien

Spiel 3 gegen gegen den favorisierten italienischen Vertreter aus dem Distrikt Veneto musste nun zeigen, wie die bisherige Siegesserie wirklich einzuschätzen war. Team Bayern begann stark. Zwei Monsterhomeruns von Ricardo Wagner-Perez brachten die Mannschaft mit 5:0 in Führung. Bis zum fünften Inning hatte die Defensive, gepaart mit starkem Pitching von Ricardo Wagner-Perez und Kai Funada, das Spiel unter Kontrolle.

Ein bitterer Outcall war dann der Anfang vom Ende. Das Schlagrecht wechselte zu den Italienern, das Spiel kippte. Pitching und Defense funktionierten mit steigender Nervosität nicht mehr. Am Ende des Innings standen sieben Runs für die Italiener auf dem Scoreboard.

Trotz der Niederlage waren die Coaches mit der Leistung zufrieden, kaum jemand hätte vor dem Spiel gedacht, dass man die Italiener so ins Schwitzen und an den Rand einer Niederlage bringen kann. Der italienische Coach musste alles aufbieten, was er an Pitchern zur Verfügung hatte und seine drei besten Werfer einsetzen. Das junge deutsche Team hatte sich Respekt verschafft.

Erfolg für Deutschland

Die erste Niederlage nach zehn Siegen in Folge (Qualifikation in Paderborn und die erste Woche eingeschlossen) beförderte die deutsche Vertretung in das Loser-Bracket. Klar war: eine weitere Niederlage würde das Turnier-Aus und damit das Ende vom Traum World Series bedeuten.
Gegen das Team aus Spanien (Katalonien) gab erneut der mit Abstand beste Schlagmann Ricardo Wagner-Perez mit einem weiten Homerun die Richtung vor.

Doch die 1:0-Führung hielt nicht lange, das Team musste relativ früh einem 4:1-Rückstand hinterherlaufen. Die starken katalanischen Pitcher verhinderten aber eine Aufholjagd. Mehr als ein weiterer Run war nicht mehr möglich.

Am Ende musste die Mannschaft auch der langen Belastung über zwei Wochen Tribut zollen, die Energie fehlte etwas. Die Mannschaft hat dennoch nicht nur für sich selbst einen großen Erfolg eingefahren.
Nach dem starken Abschneiden in diesem Jahr bleibt dem deutschen Teilnehmer im nächsten Jahr die erste Qualifikationsrunde erspart. Ein weiterer Grund, auch 2024 wieder ein deutsches Team nach Kutno zu schicken.