Für Michael Wäller, Pitching Coach der Guggenberger Legionäre, sind die Spiele in Hamburg ganz besondere Partien. (Foto: Rene Thalemann)

Start der Play-Off-Reise: „Jetzt müssen alle da sein“

Guggenberger Legionäre bekommen es im Viertelfinale mit den Stealers zu tun. Herausragender Akteur des Gegners ist ein Pitcher – das hat in Hamburg durchaus Tradition, Verbindung nach Regensburg inklusive.

Es sind also die Hamburg Stealers geworden. Nachdem die Guggenberger Legionäre schon seit einiger Zeit als Dritter der Südschiene feststanden, gab es im Norden noch einige Fragezeichen. Insbesondere der zweite Platz war hart umkämpft zwischen Hamburg und Paderborn. Am Ende setzten sich die Stealers durch.

Hamburger Pitching-Stärke

Für die Guggenberger Legionäre bedeutet dies, dass sie am kommenden Samstag (14 Uhr) und Sonntag (13 Uhr) in Hamburg um das Weiterkommen kämpfen müssen. Für Regensburgs Pitching Coach Michael Wäller sind die Auswärtsspiele gleichzeitig Heimspiele.

Der in seiner aktiven Zeit mehrfach zum Best German Pitcher gewählte Hamburger hat sich seinen Weg in die deutsche Hall of Fame auch via Nationalmannschaft, vor allem aber in der Stealers-Uniform erworfen. Im Jahr 2000 reichte das sogar für eine Deutsche Meisterschaft. Ehemalige Legionäre-Spieler erinnern sich beispielsweise eher ungern an die Begegnung mit Wäller und den Hamburgern im Viertelfinale 1995.

Star aus Japan

Das soll sich in diesem Jahr natürlich grundlegend ändern. Dabei bekommen es die Regensburger aber wieder mit einem extrem starken Pitcher zu tun. Yasutomo Kubo heuerte zu Saisonbeginn bei den Stealers an. Der Japaner ist zwar schon 42 Jahre alt, aber ganz sicher eine der absoluten Top-Verpflichtungen der Liga. Kubo spielte 13 Jahre in der NPB (Nippon Professional Baseball), der höchsten Baseball-Liga des Landes, das sich im Finale der World Baseball Classics gegen die mit Superstars gespickte US-Auswahl durchsetzte. Kubo war dort Rookie of the Year, wurde als All Star nominiert, eine echte Größe in der Heimat von Megastar Shohei Ohtani.

In seiner ersten Bundesliga-Saison ist Kubo bereits mehrfach zum Spieler der Woche gewählt worden. Seine Spezialität ist die Präzision, auch in Complete Games. Eine echte Aufgabe für die Offensive der Legionäre. Insgesamt haben sich die Hamburger für die laufende Saison prominent und offenbar wirksam verstärkt. Das selbstbewusst ausgerufene Ziel Nord-Meister wurde zwar verpasst, aber die Stealers sind deutlich stärker als in der vergangenen Saison.

Holloway fällt aus

Die Guggenberger Legionäre haben sich aber mit den letzten Spielen in der Regular Season wirklich gut präsentiert und so ganz nebenbei auch den Stuttgart Reds den Weg in die Play-Off-Spiele verbaut. Ausgerechnet im Pitcher-Bereich hat die Mannschaft aber die in dieser Saison recht hartnäckige Verletzungsmisere erneut erwischt. Trevor Holloway, gerade im Finale der Regular Season wirklich überzeugend, wird wegen einer Schulterverletzung für die Spiele in Hamburg ausfallen.

Martin Helmig wäre aber nicht Martin Helmig, wenn er sich davon aus der Ruhe bringen lässt. „Wir müssen jetzt halt schauen, dass wir auch so zurechtkommen“, sagt der Headcoach mit Blick auf den Ausfall. Helmig will gar keine Ablenkung aufkommen lassen. „Jetzt gilt es, jetzt müssen alle da sein und ihre Leistung bringen“. Bis auf Holloway und dem in dieser Saison aus Verletzungsgründen nicht einsatzfähigen Pascal Amon sind nach aktuellem Stand der Dinge auch alle Spieler an Bord. Kapitän Matt Vance geht dabei als frisch gebackener Dreifach-Papa auf das Feld.

Martin Helmig nimmt seine Spieler vor dem Play-Off-Start in die Pflicht. (Foto: Holger Schellkopf)

Gute Vorbereitungsphase

Tatsächlich geben gerade die abschließenden Spiele der Regular Season durchaus Grund für Zuversicht. Dazu gehört auch, dass sich Daniel Patrice mit Homeruns in jeder Partie beeindruckend zurückgemeldet hat. Überhaupt hat die Mannschaft gegen die Reds einen sehr guten Eindruck gemacht.

Die Pause bis zu den ersten Play-Off-Partien haben die Legionäre für eine intensive Vorbereitung genutzt, sich dabei auch Wettkampfpraxis in mehreren internen Spielen gegen eine um Verstärkung erweiterte 2. Mannschaft geholt. Helmig selbst spricht von einer „guten Trainingsphase“, was in seinem Fall nahe an der maximalen Euphorie ist.

Jetzt fordert der Meistermacher aber vollen Fokus auf die Partien in Hamburg, von seinen Spieler will er Leistung sehen. „Wenn jeder das bringt, was er wirklich kann, dann haben wir sehr gute Karten“.