Auf halbem Weg gestoppt: die Legionäre mussten in Hamburg eine knappe Niederlage hinnehmen. (Foto: Rene Thalemann)

Seltsamer Auftakt in ein ungewöhnliches Play-Off-Battle

Guggenberger Legionäre müssen im ersten Spiel gegen die Hamburg Stealers eine knappe Niederlage hinnehmen – und können dann wieder nach Hause fahren. Am Samstag geht es in Regensburg weiter.

Das war eigentlich anders geplant – gleich in mehrfacher Hinsicht. Die Guggenberger Legionäre wollten aus Hamburg mit mindestens einem Sieg zurückkommen. Dass dies nicht gelungen ist, hat auch damit zu tun, dass aus den geplanten zwei Spieltagen zum Play-Off-Auftakt in der Bundesliga nur einer wurde. Die Partie am Sonntag fiel dem norddeutschen Regen zum Opfer.

Auswärtsspiel zuhause

Jetzt geht es am Samstag in Regensburg weiter, mit ungewöhnlichen Rahmenbedingungen. Im Verbandsdeutsch heißt das: „Gemäß Artikel 11.5.01 der DVO für die Bundesligen Baseball in Anhang 17 der Bundesspielordnung wird die Serie nach dem gestrigen Rainout mit den Spielen zwei, drei und vier in Regensburg fortgesetzt. Das Nachschlagrecht in Spiel zwei liegt bei den Hamburg Stealers, in Spiel drei und vier bei den Guggenberger Legionären. Ein eventuell notwendiges fünftes Spiel findet am 5.8. in Hamburg statt. Die sogenannten Ausländer-Spiele, in denen ein Spieler mit dem Status E als Pitcher eingesetzt werden darf, sind weiterhin die Spiele zwei und vier.“

Im Klartext bedeutet das: Die Legionäre bestreiten das Spiel am Samstag ab 14 Uhr zwar in der heimischen Armin-Wolf-Arena, sind da aber offiziell als Gast am Start. Am Sonntag beginnt die Partie bereits um 12 Uhr, da an diesem Tag ein Double Header eingeplant werden muss.

Guter Start durch Harms

Die Mannschaft geht in die Heimspiele mit einem 0:1-Handicap. Regensburg kassierte in Hamburg eine nicht wirklich notwendige Niederlage. Die Guggenberger Legionäre waren im Grunde richtig gut in die Partie gekommen. Dass lag vor allem an Eric Harms, der an ehemaliger Wirkungsstätte wie die Feuerwehr loslegt. Sein Triple im zweiten Inning brachte Daniel Patrice und damit die 1:0-Führung nach Hause. Beim Versuch, den Schlag zum Homerun zu veredeln, scheiterte Harms aber knapp am Catcher der Hamburger.

Eric Harms und Daniel Patrice sorgten gemeinsam für das 1:0 der Legionäre (Foto: Rene Thalemann)

Doch schon im vierten Spielabschnitt meldete sich Harms wieder mit einem RBI zu Wort. Diesmal reichte ein Single, damit David Grimes den zweiten Regensburger Run auf das Scoreboard brachte.

Damit war es aber zunächst vorbei mit Regensburger Offensivherrlichkeit. Stattdessen schlugen die Gastgeber zurück. Ein 2-Run-Homerun von Marvin Kilic bescherte den Stealers den Ausgleich.

Aufregung durch die Umpire

Im siebten Inning sorgten dann die Umpire gleich mehrfach für Aufregung, gaben gleich in zwei Situationen eine mindestens unglückliche Figur ab. Zunächst wurde Devon Ramirez bei einem Steal auf die zweite Base zurückgepfiffen, weil das Spiel dabei angeblich noch nicht live war. Ein Call mit Konsequenzen. Denn beim folgenden Double von David Dinski landete Ramirez dadurch nur auf der 3rdBase, statt per Run für die Führung sorgen zu können.

Wenig später stand Martin Helmig den Umpires erneut auf dem Feld mit fragendem Gesicht gegenüber. Diesmal wurde zunächst ein Balk gegeben, erneut die potentielle Führung, erneut durch Devon Ramirez. Diese Entscheidung kassierten das Ump-Gespann anschließend aber wieder ein. Selbst wenn es sich in beiden Fällen nicht um Fehlentscheidungen gehandelt haben sollte, konzentriertes Offensiv-Spiel der Legionäre war durch dieses Theater nicht mehr möglich. Mit zwei Runner on Base aber ohne Führung mussten die Regensburger ins nächste Inning gehen.

Entscheidung durch Wild Pitch

Zumindest passierte dann auf beiden Seiten nur noch wenig. Bei zwei Aus für die Heimmannschaft im neunten Inning hatten sich im Prinzip alle Beteiligten bereits auf Extrarunden eingestellt. Es sollte anders kommen. Daran hatte Jan Tomek, der im achten Spielabschnitt für Christian Pedrol auf den Mound gekommen war, seinen Anteil. Ein erster Wild Pitch ermöglichte Brehan Murphy das Vorrücken auf die dritte Base. Nach einem Walk und einem Intentional Walk sorgte dann ein weiterer Wild Pitch für die Entscheidung. Murphy holte den Walk-Off-Run für die Stealers.

Tags darauf bescherte das Wetter für ein frühzeitiges Ende des Play-Off-Wochenendes. Vielleicht durchaus hilfreich für die Legionäre. Sie können nun am Samstag vor heimischen Publikum das Blatt bei den Play-Offs wenden – auch wenn sie ungewohnter Weise in der Armin-Wolf-Baseballarena erstmal die Auswärtsmannschaft sind.