Tomas Bison, Guggenberger Legionäre Regensburg
Tomas Bison hat den Nachwuchsbereich der Guggenberger Legionäre neu aufgestellt. (Foto: Rene Thalemann)

Revolution im Nachwuchs: Der Tomas-Bison-Ansatz

Neue Struktur, neues Training und sogar eine neue Mannschaft: Unter Regie von Tomas Bison ist der Nachwuchsbereich der Guggenberger Legionäre neu aufgestellt worden.

Auf gewisse Weise waren die Weichen längst gestellt. Schließlich ist Tomas Bison in dieser Sache erblich vorbelastet. Vater Claudio “Caio” Bison ist im italienischen Baseball als Nachwuchstrainer eine Legende – Sohn Tomas hat sich jetzt daran gemacht, mit dem von ihm neu gestalteten Jugendsystem die Zukunft der Guggenberger Legionäre Regensburg auf sehr positive Weise zu beeinflussen.

„Im letzten Jahr ging es mehr darum, zu beobachten, Informationen zu sammeln und die inneren Abläufe unseres Jugendsystems zu verstehen“, erinnert sich Bison an den Anfang seiner Zeit als Head Coach im Jugendbereich. „Aber in diesem Jahr war es an der Zeit zu handeln. Es war an der Zeit, etwas zu verändern, zu verbessern und etwas wirklich Außergewöhnliches zu schaffen.“

Außergewöhnliches Programm

Außergewöhnlich ist tatsächlich einiges an diesem Programm. Bisons Vision geht über die reine Mechanik des Baseballspiels hinaus und umfasst Organisation und die Verpflichtung, das Potenzial jedes Spielers zu entwickeln. „Wir haben mit den Grundlagen angefangen – wir haben dafür gesorgt, dass wir genügend Trainer haben“, erklärt er. „Denn ohne das richtige Unterstützungssystem kann sich kein Talent entfalten, egal wie groß es ist.“

Mit einem Team von engagierten Trainern – insgesamt rund 20 – im Rücken wandte sich Bison gemeinsam mit Steffi Schumacher dem zweiten wichtigen Standbein, der Struktur zu. „Wir haben im gesamten Nachwuchsbereich das Konzept der Teammanager eingeführt“, erklärt er, „Personen, die nicht nur den Trainerstab unterstützen, sondern auch als wichtiges Bindeglied zwischen Spielern, Eltern und Verein fungieren.

Zukünftige Stars fördern

Eine der wichtigsten Neuerungen in diesem Jahr ist außerdem die Gründung des Development Teams. Die Nachwuchsmannschaft für Spieler unter 23 Jahren übernimmt ab dieser Saison die Rolle der Herren 3. „Wir haben erkannt, dass viele Talente etwas mehr Zeit brauchen, um ihr Potential entfalten zu können“, sagt Bison. „Dieses Team bietet ihnen die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und ihre Fähigkeiten in echten Ligaspielen zu verbessern“. Die Resonanz ist sehr positiv. Bison: „Sowohl Eltern als auch Spieler haben den Wert dieses erweiterten Angebots im Verein sehr schnell erkannt und mit viel Engagement angenommen.“

Was Tomas Bison selbst nur sehr ungern erwähnt, aber als ganz wesentlicher Erfolgsfaktor betrachtet werden muss, ist die extrem hohe Qualität des Italieners als Baseball-Coach, sein Wille zur ständigen Weiterentwicklung und die Offenheit für moderne Trainingsformen. In der HitTrax-Anlage ist auf diese Weise ein System entstanden, dass es möglich macht, um Bewegungsabläufe bis ins Detail zu analysieren, damit die Grundlagen für Verbesserung zu schaffen. 

Selbst Experten wie Legionäre-Legende Klaus Hopfensperger sind beeindruckt. Er war mit Sohn Thomas, in den Fußstapfen des Vaters unterwegs und zweifacher Europameister mit der deutschen U12-Auswahl, schon mehrfach beim Training in Regensburg. Die Kombination aus den technischen Möglichkeiten und dem Wissen von Bison, der für jede Situation den richtigen Drill finde, hält nicht nur Hopfensperger für ein ganz besonderes Asset im Baseball. Eine Kombination, von der übrigens alle Spieler im Zuge von durch die Baseballschule organisierten Private Lessons profitieren können. 

Verantwortung über den Sport hinaus

Im Nachwuchsbereich der Legionäre enden Bisons Ambitionen nicht auf dem Baseballfeld. Er setzt sich für die ganzheitliche Entwicklung seiner Spieler auf und neben dem Spielfeld ein. „Wir haben eine Verpflichtung für die jungen Menschen, die uns anvertraut werden. Körperliche Gesundheit ist das Wichtigste“, sagt er. „Auch deshalb haben wir als erste Baseball-Organisation in Europa das revolutionäre Programm Baseball Flow eingeführt.“

Baseball Flow wurde von Dr. Ismael Gallo, selbst ehemaliger MLB-Profi,  entwickelt und konzentriert sich auf die Verbesserung von Athletik, Beweglichkeit und Verletzungsprävention. „Es geht darum, die Grundlage für ein lebenslanges Wohlbefinden zu schaffen“, erklärt Bison. „Und dass wir die Ersten in Europa sind, die dieses Programm übernehmen, ist schon etwas besonderes.“

„Wir sind auf dem richtigen Weg“

Entscheidend für den Erfolg des neuen Systems sei die uneingeschränkte Rückendeckung durch das Management des Vereins. „Ohne die Unterstützung der Vorstandschaft wäre das alles nicht zu schaffen“, gibt er zu. „Ihr Engagement, ihre Leidenschaft und ihre Bereitschaft, sich auf Veränderungen einzulassen, ist entscheidend.“ 

Ein ambitioniertes Programm wie das neue Youth System braucht aber auch finanzielle Unterstützung. Hier hebt Tomas Bison vor allem die große Hilfe durch den Förderverein der Legionäre hervor. „Wir sind alle sehr dankbar für die fantastische Unterstützung durch den Förderverein. Für den Legionäre-Nachwuchs ist das extrem wichtig.“

Für die Zukunft ist Tomas Bison optimistisch. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt er. „Wir entwickeln Talente, lehren Disziplin und bauen eine Gemeinschaft auf, die den Spaß am Baseball feiert.“ Bison verfolgt dabei sportlich durchaus ambitionierte Ziele. „Wir wollen in absehbarer Zeit regelmäßig und Jahr für Jahr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs so entwickeln, dass sie es in die Bundesliga-Mannschaft der Legionäre schaffen.“ 

Dies würde zudem das Baseball-Erbe der Coaches aus dem Hause Bison fortschreiben und sicher auch Papa Claudio gefallen.

Heimspiel: Tomas Bison an der Seite von Papa Claudio beim Trainingslager 2024 der Guggenberger Legionäre auf der Anlage der Staranzano Ducks.