Martin Helmig und sein Coaching Team müssen jetzt in Richtung Play-Offs schauen. (Fotos: Holger Schellkopf)

Mound-Monster Mortensen frisst die Legionäre-Offensive

Guggenberger Legionäre kassieren am letzten Heimspieltag der Regular Season eine kräftige Packung von Südmeister Heidenheim.

Es war ein Tag, an dem viele, die es mit den Legionäre halten, mit Wehmut an Kaleb Bowman zurückgedacht haben. Zwei Spielzeiten hintereinander war Bowman bester Pitcher und 2022 sogar MVP der Liga. Die Dominanz des Amerikaners auf dem Mound war so etwas wie ein Sieggarant für Regensburg. Bowman steht inzwischen bei den Milwaukee Brewers unter Vertrag, einen potentiellen Nachfolger erlebte das Publikum am Samstag in der Armin-Wolf-Baseballarena – allerdings auf Seiten des Gegners.

Jared Mortensen bescherte den Battern der Legionäre acht Innings lang einen unerfreulichen Nachmittag. Bei zehn Strikeouts, mehr als alle vier eingesetzten Regensburger Pitcher zusammen, musste Mortensen keinen einzigen Walk hinnehmen, ließ insgesamt nur drei Hits zu.

Vielversprechender Start

Zwei davon lieferten die Legionäre gleich im ersten Inning ab. Da sah alles noch danach aus, als würde die Partie einen ähnlich spannenden Verlauf nehmen wie das Spiel am Abend vorher. Die Heideköpfe legten einen Blitzstart hin. Drew Janssen hatte seine gute Form des Vortags konserviert und machte den vielen angereisten Heidenheim-Fans mit einem Double erstmals Freude. Wenig später holte Janssen auch den ersten Punkt für den Tabellenführer.

Aber Regensburg hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine Antwort parat. David Dinski eröffnete mit einem Single, nutzte dann eine Groundball von Alex Schmidt um auf die zweite Base zu kommen. David Grimes holte sich im Anschluss seinen nächsten RBI, Dinski sorgte für den Ausgleich. Eigentlich ein guter Anfang.

Pitcher Mortensen dominant

Allerdings sollte es das in Sachen Offensive für die Legionäre an diesem Tag weitgehend gewesen sein. Lediglich Alex Schmidt gelang noch ein Hit im dritten Inning, der Rest fiel dem Mound-Monster Mortensen zum Opfer.

Die Heideköpfe verfuhren dagegen nach der Eichhörnchen-Methode, sammelten ihre Punkte Stück für Stück ein. Im dritten Inning übernahm der bereits fest stehende Meister der Bundesliga Süd die Führung und baute diese dann konsequent aus.

Parallel dazu schlichen sich bei der Heimmannschaft ein paar Fehler ein. Jan Tomek und sein Nachfolger Trevor Holloway kassierten beispielsweise je einen Balk, letzterer sorgte direkt für einen Punkt. Trotzdem war für Regensburg lange noch etwas drin, hielt sich der Rückstand mit 1:4 in Grenzen.

Heidenheimer Homerun-Finale

Das änderte sich allerdings im siebten Inning. Kilian Redle, Gary Owens und Billy Germaine machten mit ihren Punkten den Deckel auf die Partie. Es sollte aber für die Gastgeber noch bitterer kommen. Im letzten Inning schlugen die Heideköpfe noch einmal richtig zu. Gary Owens via 2-Run-Homerun und Billy Germaine mit einem weiten Solo-Homer machten das Ergebnis zweistellig.

Die Legionäre hatten darauf auch gegen den nun werfenden Luca Hörger keine Antwort mehr. Alex Schmidt schaffte es noch per Walk auf die Base, mehr gelang aber nicht mehr. Sinnbildlich für den Nachmittag war das vierte Aus im vierten At Bat für Ronnie Sweeny, bei dem aktuell Selbstbewusstsein und Leistung auf dem Feld nicht wirklich kompatibel sind. Sein Swinging Strike Out beendete eine ernüchternde Partie.

Blickrichtung Play-Offs

Für die Legionäre wird es nun darum gehen, die jüngsten Niederlagen mit Blick auf die Play-Offs abzuschütteln und sich wieder auf die eigenen Stärken zu besinnen. „Wir wollen gut Baseball spielen“ hatte Chefcoach Martin Helmig vor der Saison als Ziel ausgegeben. Dass sie genau das auch können haben die Regensburger im Laufe der Saison mehrfach bewiesen, im Grunde trotz Niederlage auch am Freitag gegen Heidenheim.

Die beiden Auswärtsspiele am kommenden Wochenende in Stuttgart sind eine gute Gelegenheit, um Fahrt aufzunehmen für die Play-Offs. Die Reds müssen sich noch ins Zeug legen, um ihren vierten Tabellenplatz gegen die Haar Disciples abzusichern. Regensburg kann ohne Druck antreten, da nach oben und nach unten nichts mehr möglich ist. Martin Helmig wird im Bedarfsfall zusammen mit seinem Coaching Team dafür sorgen, dass dem Team die Lage bewusst ist.