Der Split in Hünstetten macht die Guggenberger Legionäre nicht glücklich. (Foto: Rene Thalemann)

Legionäre kämpfen mit fehlender Durchschlagskraft

Beim Aufsteiger Hünstetten Storm reicht es nur zu einem Sieg in einem kuriosen Tie-Breaker. Ein Run bei nur vier Hits ist zu wenig in Spiel 2. Matt Vance bricht nächsten Rekord.

Es ist eine unglaubliche Marke, die Matt Vance da erreicht hat. 600 Hits hat der Kapitän der Guggenberger Legionäre seit Samstag auf dem Konto, Rekordhalter der Regensburger ist Vance ohnehin schon lange. Die Rahmenbedingungen für das Erreichen der neuen Schallmauer in seiner Bundesliga-Karriere hatte sich der gebürtige Kalifornier aber sicher etwas anders vorgestellt.

Vor allem dürfte Teamplayer Matt Vance geschmerzt haben, dass er und seine Kollegen nach dem Double Header im eher einsamen Dickman Field von Hünstetten Storm nur mit einem Sieg im Gepäck zurück nach Hause fahren müssen. Hauptursache dafür war kuriorerweise ausgerechnet die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. Ein Problem, mit dem die Legionäre nun schon seit einiger Zeit kämpfen.

Mr. 600: Legionäre-Legende Matt Vance stellt einen weiteren Rekord auf. (Foto: Rene Thalemann)

Guter Start für Regensburg

Dabei hatte es ganz gut für Regensburg begonnen. Die Guggenberger Legionäre zeigten sich wach, profitierten außerdem von drei Errors der Gastgeber. Vance, David Grimes und Ronnie Sweeny (nach Double von Eric Harms) punkteten bereits im ersten Inning. Wenig später legte David Grimes nach Double, Stolen Base und Storm-Error zur 4:0-Führung nach. Gleichzeitig hatte Jan Tomek auf dem Mound alles unter Kontrolle.

Es sah also im Grunde alles nach einem entspannten Sieg für Regensburg aus. Das sollte sich jedoch relativ schnell ändern. Zunächst verkürzten die Gastgeber um einen Punkt, profitierten dabei auch von einem Wild Pitch des sonst sehr souveränen Tomek.

Im fünften Spielabschnitt ging es dann richtig zur Sache. Zunächst stellte Elias von Garßen nach einem Single durch Jonathan Heimler wieder den alten Abstand her. Die Legionäre ließen allerdings erneut zwei Runner auf den Bases zurück. Das sollte sich umgehend rächen.

Daniel Mendelssohn, für Tomek gekommen, brachte sich gleich zu Beginn mit Hit by Pitch und Walk selbst in Schwierigkeiten. Aufsteiger Hünstetten machte das beste aus den plötzlich auftauchenden Chance. Mit nur einem Hit holte Storm drei Runs, war plötzlich wieder dran an den Legionären. Im sechsten Inning folgte dann prompt der Ausgleich.

Tie-Break aus dem Kuriositätenkabinett

Dann passierte erst einmal nichts. Finn Freisberg hatte inzwischen für die Legionäre auf dem Mound übernommen, ließ den Gastgebern nur wenig Chance.

Der Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Der entwickelte sich zu einem Kandidaten für das Kuriositätenkabinett. Es dauert bis zu Inning 9, ehe auf dem Scoreboard wieder Bewegung zu sehen war. Matt Vance punktete nach einem Single von David Grimes. Wäre eine schöne Geschichte gewesen, erster und letzter Run durch den Kapitän, dazu der Rekord – Happy-End wie aus dem Bilderbuch, eigentlich.

Die Gastgeber hatten aber andere Pläne. Hünstetten punktetet ebenfalls einmal. Die lustige Reise auf dem Tie-Break-Zug ging weiter. Dabei packten beide Seiten das ganze Programm von Intentional Walks bis Pitcher-Wechsel aus. Es dauerte aber dennoch bis zum elften Inning, ehe der Legionäre-Zug endlich ins Ziel kam. David Grimes löste per Sacrifice Fly das Ticket für Jonathan Heimlers entscheidenden Run.

Offensivausfall in Spiel 2

Die Guggenberger Legionäre nahmen aus dem Sieg im Marathon-Match vorher aber keine neue Energie mit. Eher im Gegenteil. Schon im ersten Inning ging Hünstetten Storm in Führung, wenn auch auf ungewöhnliche Art. Leadoff Velazquez durfte nach einem Triple entspannt über Home marschieren, da die Legionäre einmal mehr einen Balk-Call durch die Umpire kassierten. Hatte es gegen Haar noch Trevor Holloway erwischt, musste diesmal Joe Cedano de Leon daran glauben.

Im vierten Spielabschnitt gelang Hünstetten ein weiterer Run. Diesmal gegen Trevor Holloway. Alles nicht so schlimm, sollte man meinen. Die Defensive der Regensburger lieferte schließlich eine mehr als solide Leistung ab.

Das Problem war und ist nur, dass es bei den Legionäre in der Offensive hapert. In Zahlen schlägt sich das in lediglich vier Hits und einem Run (durch Eric Harms) in der gesamten Partie nieder. Das ist auch gegen Hünstetten deutlich zu wenig. Fast schon zwingende Konsequenz: Gastgeber Storm holte sich die zweite Partie, feierte den ersten Sieg nach zuletzt neun Niederlagen.

Schwere Aufgaben für die Legionäre

Die Guggenberger Legionäre hingegen müssen ziemlich zügig aus dem vorübergehenden Offensiv-Tief kommen, wollen sie in den nächsten Wochen bestehen. Bereits am Freitag geht es beim direkten Verfolger Mainz weiter. Die Athletics, ebenfalls nur vier Niederlagen, dürfte das Gastspiel der Legionäre im nahegelegenen Hünstetten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt haben.

Nur ein Wochenende später steht dann in Regensburg der deutsche Clasico auf dem Programm. Am 23.6. tritt ab 19 Uhr der jetzt unangefochtene Tabellenführer aus Heidenheim in der Armin-Wolf-Baseballarena an.