Matt Vance
Matt Vance baute seine Statistik gegen Mainz weiter aus. Besonders fröhlich war der Legionäre-Kapitän angesichts zweier Niederlagen aber natürlich nicht. (Foto: Rene Thalemann)

Beim Karnevalsverein gibt es für die Legionäre nichts zu lachen

Regensburg verliert beide Spiele gegen Mainz und muss auch den zweiten Tabellenplatz an die Athletics abgeben. Am Freitag kommt Heidenheim.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Das dürfte den Guggenberger Legionären nach diesem Wochenende in der Baseball-Bundesliga allerdings nicht so leicht fallen. Regensburg kassierte zwei Niederlagen bei den Mainz Athletics, Heidenheim setzte sich doppelt gegen Stuttgart durch. Damit ist nicht nur der eigentlich anvisierte Tabellenplatz 1 erstmal außer Sichtweite. Die Guggenberger Legionäre müssen sich auch noch hinter den Athletics anstellen und finden sich derzeit lediglich auf dem dritten Rang wieder.

Offensiv-Probleme in Spiel 1

In der ersten Partie bereitete den Legionären wie zuletzt in eigentlich allen Spielen die Offensive einige Sorgen. Dabei hatte das Spiel mit einem RBI-Double von David Grimes und der daraus resultierenden Führung durch Devon Ramirez eigentlich ganz gut begonnen. Nicht ganz zufällig kam der Hit von Grimes. Er ist in den vergangenen Wochen mit Abstand der stabilste Hitter der Regensburger.

Erfreulich auch, dass sich direkt im nächsten Inning Alex Schmidt wieder mit einem Hit zurückmeldete. Für weitere Punkte konnten die Regensburger nicht sorgen. Das war zunächst nicht so schlimm, da Rückkehrer Christian Pedrol das Mainzer Scoreboard für Erste zur weitgehend hitfreien Zone erklärte. Bis zum sechsten Inning brachten die Athletics gerade mal einen Hit zustande.

Zurückgekämpft und doch verloren

Dummerweise sah es bei den Regensburgern nicht viel besser aus. Matt Vance legte einmal nach. Von weiteren Runs waren die Legionäre aber weit entfernt. Es kam, wie es zu befürchten war. Christian Pedrol musste sein Comeback nach Verletzung irgendwann mal beenden. Darauf hatten die Athletics offenbar gewartet. Im siebten Inning packten sie erst gegen Finn Freisberg und dann gegen Joe Cedano de Leon die Keule aus. Freisberg kassierte einen Two-Run-Homer, Cedano de Leon musste einen weiteren Run zulassen. Mainz lag plötzlich 3:1 in Front.

Aber die Guggenberger Legionäre kämpften sich noch einmal zurück. Eric Harms und Alex Schmidt (via Double) ermöglichten den Ausgleich durch Grimes und Silvan Stilzebach. Die Partie musste in den Tie-Breaker. Da war aber schnell Schluss mit lustig für Regensburg. Im zehnten Inning blieben die Legionäre ohne Run, die Athletics holten sich direkt im Anschluss den entscheidenden Punkt.

Verrückte Innings im Narrenspiel

Die zweite Partie am Samstag hatten die Mainzer bereits im Vorfeld zum Narrenspiel erklärt. Die Mannschaft aus der Karnevalshochburg packte dafür ihre kunterbunten Trikots inklusive aufgedruckter Narrenkappe aus. Zumindest aus Sicht von Jan Tomek und Kollegen war das Spiel aber zunächst nur ein schlechter Scherz. Tomek kam ungewöhnlich schwer in die Partie. Hit by Pitch und Walk eröffneten ein Inning, an dessen Ende nicht weniger als fünf Runs für Mainz standen. Gleichzeitig stellte Brady Tedesco in seinem letzten Spiel für die Athletics unter Beweis, warum er einen Vertrag in der MLB Draft League unterschrieben hat und dominierte das Spiel.

Während die Gäste aus Regensburg zunächst nicht viel in der Offensive zustande brachten, legte Mainz im vierten Spielabschnitt noch einmal nach und baute die Führung auf 6:0 aus.

Das sechste Inning sollte dann aber die zweite verrückte Runde werden. Zunächst explodierten fast aus dem Nichts die Legionäre. Ein Double von Devon Ramirez und ein Single von David Grimes brachten den ersten Punkt ein. Ronnie Sweeny sorgte dann mit einem 3-Run-Homer für echte Hoffnung bei den Regensburgern, die plötzlich wieder dran waren.

Die Hoffnung hatte genau allerdings eine sehr übersichtliche Haltbarkeitszeit. Direkt im Anschluss setzte Mainz in Form von zwei Homeruns, fünf Hits und insgesamt sechs Punkten zum großen Narhalla-Marsch an. Bunte Trikots hin oder her, die Athletics präsentierten sich auf dem Feld sehr seriös. In Zahlen bedeutete dies eine 12:4-Führung für Mainz, in der Konsequenz war es die Entscheidung des Spiels.

Rückkehr der Offensive

Daran änderten auch die von Matt Vance und Eric Harms ermöglichten Punkte durch Elias von Garßen und Vance selbst nichts mehr. Die Mainzer konterten ohnehin im Anschluss mit zwei weiteren Runs. Immerhin: der Abschluss gehörte noch einmal den Legionären. Alex Schmidt nutzte einen Sacrifice Fly von David Grimes zum siebten Regensburger Run.

Wahrscheinlich ist es auch das, was die Guggenberger Legionäre aus der Partie mitnehmen können. Die Offensive ist auf dem Weg der Besserung. Nur dumm, dass ausgerechnet dann die sonst so super zuverlässige Defensive ein paar Pausen eingelegt hat.

Heimspiele gegen Heidenheim

Am kommenden Wochenende gilt es jetzt, beim deutschen Baseball-Clasico wieder beides zusammenzubringen. Tabellenführer Heidenheim ist genau der richtige Gegner, um mit Blick auf die Play-Offs frische Fahrt aufzunehmen. Die Legionäre gehen auch mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse nicht als Favorit in die zwei Heimspiele gegen die Heideköpfe. Sie haben aber natürlich das Potenzial, die Partien am Freitag ab 19 Uhr und am Samstag ab 13 Uhr für sich zu entscheiden. Eine wesentliche Rolle kann gerade in der aktuellen Situation auch die Unterstützung des Publikums in der Armin-Wolf-Baseballarena spielen.