Die Guggenberger Legionäre holen sich gegen die Cologne Cardinals das zweite Viertelfinale mit 9:6. Tavarez und Moulin melden sich rechtzeitig zurück.
Eigentlich ist im Baseball ja die 3 eine ganz entscheidende Zahl. An diesem Sonntag in der Armin-Wolf-Arena war es aber eher die 2. Zweites Playoff-Spiel, zweiter Sieg, zwei schwierige Innings, zwei wichtige Comebacks und obendrein zwei Ex-Legionäre, die an früherer Wirkungsstätte wirklich gute Leistungen zeigten.
Im Fokus der Regensburger stand aber vor allem ihr Mann auf dem Mound. Leeroy Tavarez hatte Machern, Anhang, Kollegen und sich selbst in den vergangenen Wochen einiges Kopfzerbrechen bereitet. Seit seiner Handverletzung konnte der US-Werfer nicht mehr wirklich überzeugen. Die Hand war wieder einsatzfähig, doch Tavarez hatte mit sich selbst zu kämpfen. Vereinzelt war vor der Partie gegen Köln schon von einer letzten Chance die Rede.
Vor diesem Hintergrund war das erste Inning nicht unbedingt eine vertrauensbildende Maßnahme. Gleich der erste Wurf war ein Hit by Pitch. Es folgten ein Single, ein Walk, ein zweiter Hit by Pitch. Dann meldete sich Ex-Legionäre Carl Wenzel zu Wort, sammelte mit einem Double seine ersten RBI des Tages ein. Top-Start für Köln, allerdings mit einem großen Wermutstropfen: Catcher Vinnie Ahrens verletzte sich beim Steal-Versuch, musste ausgewechselt werden. Eine echte Schwächung für die Cardinals.




Die Legionäre lagen aber plötzlich 0:3 im Rückstand. Das Problem hätte bereits im ersten Inning wieder weitgehend gelöst werden können. Wäre da nicht dieses immer wieder auftauchende Problem der Chancenverwertung. Einmal mehr gelang es den Regensburgern jedoch nicht, aus Bases loaded einen oder mehrere Runs zu holen.
Es blieb bei der Kölner Führung. Im folgenden Inning weckte zunächst Tavarez wieder Hoffnung. Drei schnelle Aus in Serie, so wünschen sich das nicht nur die Legionäre-Fans. Denen entlockte dann Norwin Staps einige Begeisterungäußerungen. Flitzer Staps tankt sich nach einem Single auf eigene Faust über die Bases. Am Ende nutzt er auch noch einen Cardinals-Fehler und holt so den ersten Regensburger Run. Mehr sollte es da aber noch nicht werden.
Tavarez kämpft sich erfolgreich durch
Stattdessen wandelt Leeroy Tavarez noch einmal auf der dunklen Seite. Zunächst holt sich ausgerechnet Pitcher-Kollege und Ex-Legionär Finn Freisberg ein Single ab. Ein Single, ein Double und einen Punkt später taucht erneut Carl Wenzel am Schlag auf. Duplizität der Ereignisse: Wenzel haut wieder ein Double, kassiert die nächsten zwei RBI. Die Gastgeber liegen 1:6 zurück, bleiben in der folgenden Offensive wirkungslos.
Headcoach Matt Vance trifft dann zusammen mit seinem Coaching Team, darunter erneut Pitching-Experte Phillip Hoffschild, eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung. Nicht nur für dieses Spiel, sondern vielleicht deutlich darüber hinaus grundlegende Bedeutung. Vance lässt Tavarez im Spiel. Der Amerikaner lässt in den folgenden vier Innings keinen Hit oder gar Run mehr zu. Unterstützung findet Tavarez auch bei den Kollegen. Allein Kohei Sasagawa fängt in einem Inning drei Bälle nacheinander ab.
Legionäre drehen das Spiel
Gleichzeitig kommen die Legionäre selbst ins Schlagen, lassen sich dabei auch von ein paar Errors der Kölner helfen und machen durch aggressives Baserunning viel Druck. Das vierte Inning wird dadurch zu einem echten Spektakel. Nach Fehler von Cardinals-Shortstop Alessandro Carrasquilla erreicht Daniel Patrice die erste Base, wird aber direkt beim Steal-Versuch aus dem Spiel genommen. Elias von Garßen kommt per Walk auf Base und rückt per Passed Ball zur zweiten Base vor. Dann lassen die Cardinals einen hohen Ball von Domenic Rauwolf zu Boden plumpsen. Der bedankt sich artig, in dem er die zweite Base stiehlt. Ein Single von Norwin Staps bringt dann von Garßen zum 2:6 nach Hause, ehe Rauwolf wegen Balk von Freisberg zum 3:6 einläuft.
Nach einem Pitcherwechsel bei Cologne, Finn Niemeyer kam für Finn Freisberg, macht Alex Schmidt mit einem 2RBI-Double direkt eine Ansage. Ein Single von Nino Sacasa bringt dann Schmidt nach Hause und sorgt für das 6:6. Das nächste Single von Devon Ramirez bringt schließlich die erste Legionäre-Führung des Tages durch Nino Sacasa.
Die Legionäre wollen mehr und sie bekommen mehr. Schon im nächsten Inning sorgen SacFlys von Valentin Thumann und Alex Schmidt für die nächsten beiden Runs. Bei den Kölner geht dagegen nicht mehr viel zusammen. Tavarez liefert bis zum achten Inning, danach feiern die Fans ein weiteres Comeback.
Im achten und neunten übernahm Quentin Moulin von Tavarez. Bei seiner Rückkehr nach mehreren Wochen zeigte auch Moulin, dass er für den weiteren Weg durch die Playoffs ein entscheidender Faktor sein kann. Für die Cardinals-Offensive ist er jedenfalls an diesem Tag zu stark.
Am kommenden Wochenende fahren die Legionäre mit zwei Siegen im Gepäck nach Köln und wollen dort ihr Ticket für das Halbfinale endgültig buchen. Die erste Chance dazu haben sie in Spiel drei, das am Samstag um 16 Uhr startet.





