Bei „Beyond Borders“ arbeiten die Guggenberger Legionäre und die Boars Plzeň zusammen. Das von der EU geförderte ermöglicht gemeinsame Trainingserfahrungen und kulturellen Austausch.
Zwei Vereine, eine Idee: Die Softballabteilungen der Guggenberger Legionäre aus Regensburg und der Boars Plzeň haben sich im von der Europäischen Union geförderten Interreg-Projekt „Beyond Borders“ zusammengefunden, um jungen Athletinnen aus beiden Regionen grenzüberschreitende Spielpraxis zu bieten. Den Anstoß gab die tschechische Seite: „Pilsen kam auf uns zu mit der Idee des Austauschs für U13, was dann auf U16 ausgeweitet wurde“, berichtet Markus Brunner, Softball-Coach der U13 bei den Guggenberger Legionären.
Fokus auf Nachwuchsförderung
„Für mich war das eine wirklich sinnvolle Initiative“, sagt Susanne Korbely, Softball-Bundesligaspielerin und Vorstandsmitglied der Guggenberger Legionäre. „Besonders gefallen hat mir, dass es nicht nur darum ging, zwei Vereine zusammenzubringen, sondern dass der Fokus konkret auf der Nachwuchsförderung lag. Genau dieser Austausch über die Grenze hinweg macht für mich den großen Wert des Projekts aus.“
Den Auftakt machte ein U13-Turnier in Pilsen, dem ein Camp in Regensburg folgte. Dass die Veranstaltungen an beiden Standorten stattfanden, wertet Korbely ausdrücklich positiv: „Dadurch hatten beide Teams die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen und in unterschiedlichen Trainingsumgebungen zu arbeiten.“ Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf den spielerischen Grundlagen – Pitching, Hitting und Fielding. Ein besonderes Element war die Einbindung der Eltern: Sie spielten gemeinsam mit den Kindern in gemischten Teams. „Eine Fetzengaudi war das“, berichtet Brunner.
Angeleitet wurden die Einheiten von Trainern aus Regensburg und Pilsen sowie mit Unterstützung aus Österreich. Besonders das Pitching-Training von Martina Koukolíková habe vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern geholfen, berichtet Korbely. Zudem gab Elias von Garßen, Catcher der Baseballmannschaft der Guggenberger Legionäre, ein spezielles Catcher-Training. „Solche Einheiten sind extrem wertvoll, weil man direkt von erfahrenen Spielern und Trainern lernen kann“, so Korbely. Weitere Veranstaltungen, darunter Turniere in der Altersklasse U16, sind bereits geplant.
Sport als Brücke
Softball steht dabei im Mittelpunkt, aber nicht als Selbstzweck. Der Mannschaftssport dient als Rahmen, um Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung zu fördern – über Sprachgrenzen und nationale Zugehörigkeiten hinweg. „Das Projekt zeigt deutlich, dass Sport eine Brücke sein kann, die nicht nur die Spieler auf dem Spielfeld verbindet, sondern auch ganze Gemeinschaften auf beiden Seiten der Grenze“, sagt Martina Koukolíková von Boars Plzeň.




Von der Kooperation profitieren laut Koukolíková nicht nur die Spielerinnen und Spieler selbst, sondern auch ihre Familien und die Gemeinschaften in beiden Regionen. „Die Verbindung von Sport und Kultur bildet den Grundstein für die Nachhaltigkeit des Projekts“, sagt sie. Koukolíková betont dabei, dass das Projekt nicht bei Einzelveranstaltungen bleiben soll: „Die professionelle Erfahrung beider Vereine in der Jugendarbeit und ihre Entschlossenheit, die tschechisch-bayerische Partnerschaft weiterzuentwickeln, geben Anlass zur Hoffnung, dass die bestehende Zusammenarbeit einen soliden Rahmen für künftige gemeinsame Projekte schaffen wird.“
Korbely teilt diese Einschätzung: „Die Spielerinnen und Spieler konnten neue Erfahrungen sammeln, Freundschaften aufbauen und sich sportlich weiterentwickeln. Genau solche Projekte tragen dazu bei, den Sport in der Region langfristig voranzubringen.“ Ob sich das erfüllt, wird die Fortsetzung zeigen. Der Anfang jedenfalls ist gemacht.





