Heidenheimer Plan mit einem ganz speziellen Joker geht auf. Regensburg muss jetzt um Spiel 5 und die Chance auf die Meisterschaft kämpfen.
Es war ein Spiel der Überraschungen, dummerweise gingen die an diesem Tag nahezu durchweg auf die Kosten der Guggenberger Legionäre. Nach der 6:8-Niederlage in Spiel 3 geht es für Regensburg ab sofort um alles. Die Mannschaft von Matt Vance muss am Sonntag gewinnen, will sie die Chance auf die Meisterschaft bewahren. In dem Fall würde Spiel 5 am kommenden Samstag in Regensburg stattfinden.
Der Plan der Legionäre war eigentlich ein ganz anderer. Christian Pedrol hatte im ersten Spiel die Heideköpfe-Offensive dominiert, während die Regensburger munter drauf loshauten. Diesmal war es genau umgekehrt. Die Heidenheimer Hitter kamen von Beginn an gut mit Pedrols Pitches zurecht, bauten Druck auf. Früh gingen die Gastgeber in Führung, zunächst aber sehr knapp.
Heidenheimer Joker sticht
Das reichte aber, denn Heidenheims Manager Klaus Eckle hatte mit einem Joker den Angriff der Legionäre ausgestochen. Er schickte statt Sven Schüller den Veteranen Enobel Marquez auf den Mound. Der Plan ging auf. Fünf Innings lang mühten sich die Regensburger erfolglos ab. Sie kamen weder mit den Off-Speed-Pitches des 50-Jährigen noch mit der teilweise höchst kuriosen Strike Zone des Umpire an der Platte zurecht. Gerade mal einen Hit ließ Enobel Marquez zu.
Obendrein machte sich die Regensburger Offensive das Leben selbst noch schwerer. Im dritten Inning schafften es ein Legionär schon mal auf die Base, die Chance wurde aber mit einem komplett misslungenen Steal zunichtegemacht. Nach zwei folgenden Walks war es dann eben nicht Bases loaded mit einem Aus, sondern Runner auf 1 und 2 mit zwei Aus. Die Chance auf den Ausgleich konnte nicht genutzt werden.
Kurz danach bedankte sich die Heideköpfe auf ihre Weise, bauten die Führung zunächst auf 3:0 aus. Im sechsten Inning legte Heidenheim per Homerun von Gary Owens noch einmal drei Punkte nach. Allerdings war ziemlich genau zur gleichen Zeit auch bei Enobel Marquez der Tank leer, für ihn kam Sven Schüller.




Furioses Comeback reicht nicht
Für die Legionäre das Signal, es doch noch einmal zu versuchen. Siehe da, es funktioniert. Im siebten zündete plötzliche die Offensive. Ein Single von Eric Harms brachten Elias von Garßen über die Platte. Nino Sacasa holte sich mit seinem Hit dann gleich zwei RBI durch Daniel Patrice und Eric Harms. Die vielen Legionäre-Fans im Stadion eskalierten komplett, als Alex Schmidt mit einer weiten Bombe über das Leftfield zwei weitere Punkte einsammelte. Schüller wurde daraufhin nach nur einem Inning vom Feld genommen.
Regensburg war wieder im Spiel, hatte den Abstand auf einen Run verkürzt. Aber Heidenheim ließ nicht locker, holte nach Wild Pitch von Christian Pedrol und einem Single erneut zwei Punkte. Das war an diesem Tag zu viel. Simon Bäumer holte zwar per Solo-Homerun noch einen Punkt, mehr war aber nicht mehr drin.
Die Legionäre müssen nun am Sonntag ab 14 Uhr in Heidenheim um ihre Chance kämpfen. Gelingt ein Sieg, wird die Meisterschaft am 13. September in der Armin-Wolf-Arena entschieden.





