Wenn die Heidenheim Heideköpfe am Freitag und Samstag in der Armin-Wolf-Arena antreten, treffen die zwei besten Teams der Südstaffel aufeinander. Die Legionäre haben sich mit vier Siegen aus vier Spielen eine gute Ausgangsposition erarbeitet.
Die Finalserie ist nicht vergessen. In Spiel vier setzten sich die Heidenheimer in der vergangenen Saison vor heimischer Kulisse durch, sicherten sich zum achten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Bundesliga-Titel, das in der Premierensaison der Deutschen Baseball Liga. Jetzt, zu Beginn der neuen Spielzeit, kommt es in der Armin-Wolf-Arena zur Neuauflage. Die Legionäre empfangen den Titelverteidiger am Freitag (18 Uhr) und Samstag (14 Uhr).
Nino Sacasa, einer der Hauptprotagonisten des bisherigen Regensburger Erfolgs, ordnet das Duell nüchtern ein. „Ich freue mich in jedem Fall gegen Heidenheim zu spielen, da es der beste Konkurrent ist. Final-Rematch würde ich es jedoch nicht nennen. Die vergangene Saison ist vorbei, es geht von Null los – außerdem sind Spiele in den Playoffs immer anders zu bewerten“, sagt der 30-Jährige. Headcoach Matt Vance sieht den ersten Prüfstein, „bei dem wir sehen werden, wo wir stehen.“ Vance will mit seiner Mannschaft von Beginn an Vollgas geben und versuchen, ein Zeichen zu setzen.
Vier Siege im Gepäck
Mit vier Siegen am Stück gegen Gauting und Mainz meldeten die Legionäre trotz einiger Abgänge in der Offseason schon früh ihre Ambitionen an. In der Südstaffel ist die Mannschaft von Trainer Matt Vance das einzige noch unbesiegte Team.
Der zweite Spieltag gegen Mainz lieferte dabei zwei Argumente, die über die bloßen Ergebnisse hinausgehen. Bemerkenswert ist die Konstanz über beide Spiele. Am Freitag trugen Christian Pedrol und Nicolas Antoine die Pitching-Last, am Samstag übernahmen Tavarez, Fischer und Moulin. Regensburg ließ dabei insgesamt nur einen Run zu – den noch direkt im ersten Inning des Freitagsspiels.
Sacasa sieht das Pitching als Schlüssel zum guten Saisonstart: „Ein wichtiger Faktor war auf jeden Fall das gute Pitching. Viele Werfer haben bewiesen, dass sie dominieren können. Auch die Offense hat gezeigt, dass sie Punkte nach Hause bringen kann. Gegen Gauting hatten wir Hits durch die ganze Line-up. Das macht uns als Team stark.“
Tavarez setzt ein Zeichen
Leeroy Tavarez hatte bereits bei seinem Debüt in Gauting überzeugt. Gegen Mainz ließ er in fünf Innings bei acht Strike Outs nur drei Hits zu. Einen Run gegen sich hat Tavarez in der DBL noch nicht erlebt. Dahinter hat sich Tim Fischer Schritt für Schritt in die Wertung gebracht. Der Regensburger zeigte wesentlich mehr von seinem Können als beim DBL-Debüt: zwei Innings, ein Hit, zwei Strikeouts, kein Run – das brachte ihm seinen ersten Win der Saison ein. Den Abschluss machte Quentin Moulin mit dem Save.
Spieler wie Julian Siegert-Bomhard, Valentin Thumann oder Domenic Rauwolf, allesamt aus dem Regensburger Nachwuchs hervorgegangen, tragen dabei ebenso zum Ergebnis bei wie die erfahrenen Kräfte im Kader. Matt Vance spricht hier von der Core Group, zu der zum Beispiel Alex Schmidt, Christian Pedrol oder eben Nino Sacasa gehören. Gerade Sacasa hat in den vergangenen Spielen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Sacasa als Taktgeber
Im sechsten Inning sorgte Sacasa mit einem RBI-Single für die Führung gegen Mainz, im achten legte er nach. Seine Saisonzahlen stehen bei .588 Batting Average, 1.455 OPS und sieben RBI. Den Winter hat der Linkshänder genutzt: „Ich habe viel an meinem Schwung gearbeitet. Das funktioniert hier und da ganz gut“, sagt er.
Mit 30 Jahren hat Sacasa in Regensburg inzwischen eine andere Rolle übernommen. „Ich fühle mich geehrt, jetzt einer der Älteren zu sein, da ich als Neuling auch immer zu den Mitspielern mit mehr Erfahrung hochgeblickt habe. Diese Rolle möchte ich nun übernehmen und den jüngeren Spielern helfen, besser mit Drucksituationen umzugehen“, erklärt er.
Auch die mentale Vorbereitung auf die Saison lief anders ab als zuletzt. „Wir haben versucht, uns alle an einen Tisch zu setzen und den mentalen Aspekt im Baseball voranzutreiben“, sagt Sacasa.
Heidenheim hat sich gefangen
Schon traditionell beginnen die Heidenheimer die Saison eher gemächlich. Nach der Niederlage gegen den Lokalrivalen aus Stuttgart legte das Team von Manager Klaus Eckle aber vor allem in der Offensive richtig los. 30 Runs in drei Partien stehen seither für den Titelverteidiger zu Buche. Vance kennt den Gegner gut genug, um sich davon nicht in Sicherheit wiegen zu lassen: „So arbeitet Heidenheim. Auch, wenn der ein oder andere Spieler noch fehlen sollte, ist es immer eine starke Mannschaft.“
Das Duell der kommenden beiden Tage ist damit nicht nur eine Begegnung zweier Tabellenführer-Kandidaten, sondern auch eine mit einer Geschichte, die noch nicht abgeschlossen ist. Es war eine der packenden Finalserien der letzten Jahre, als sich die Legionäre und die Heideköpfe im Vorjahr zum Duell um den Titel gegenüberstanden. In Regensburg will man diesmal ein anderes Ergebnis schreiben. Vorerst im dritten regulären Spieltag der Saison.




