Die Guggenberger Legionäre setzen sich auch im vierten Spiel gegen Hamburg durch und gewinnen das Halbfinale. Am Samstag kommt Heidenheim zum ersten Akt im Final-Clasico.
Es gibt diese Spiele, die viel mehr Geschichten erzählen als in den Score-Sheets zu finden sind. Die Geschichte von Matt Vance zum Beispiel. Wer der Regensburger Lichtgestalt im Interview nach dem entscheidenden Sieg ein wenig genauer in die Augen geschaut hat, konnte erkennen, wie viel ihm dieser Einzug ins Finale bedeutet. Seit 2016 hat er als Spieler vergeblich darum gekämpft. In seinem ersten Jahr als Headcoach hat es jetzt geklappt.
Es ist auch die Geschichte von Simon Bäumer. In diesem Jahr nach Regensburg gekommen, aus Hamburg, von den Stealers. Während seine Mama außerhalb des Feldes im Stealers-Shirt eifrig für den Heimatverein im Einsatz ist, kämpft der junge Nationalspieler mit seinen Kollegen auf dem Platz darum, sein erstes Meisterschaftsfinale erleben zu können. Dass dies ausgerechnet in der Heimatstadt, gegen die alten Kollegen, gegen die Kumpels aus der Jugend und irgendwie auch gegen die eigene Mutter gelingt, das hat schon etwas Besonderes. An alter Wirkungsstätte ist Bäumer übrigens durchweg freundlich empfangen worden.
Regensburger Double-Play-Maschine
Gerade das vierte Spiel ist aber auch die Geschichte von Alex Schmidt. Das Human Highlight Reel hatte in der Defensive mit einer Handvoll spektakulärer Play erheblichen Anteil daran, dass die Hamburger ohne Punkt geblieben sind. Gerade nach dem schwierigen Spiel 2 in Regensburg eine Message an Baseball-Deutschland.






















Es ist auch kein Zufall, dass ein Double Play von Schmidt zusammen mit Morgan McCullough den Schlusspunkt in der engen Partie setzte. Mit McCullough haben die Guggenberger Legionäre einen Unterschiedsspieler nach Regensburg geholt. In der Defensive ist er gerade zusammen mit Schmidt eine Macht, gemeinsam sind sie eine Art Double-Play-Maschine. In der Offensive steht der Amerikaner in den Playoffs beim Batting Average und den RBI ganz oben. Vor allem aber ist McCullough auch ein Mental Leader.
Starke Pitcher-Leistungen
Das vierte Spiel in der Halbfinal-Serie war nicht zuletzt ein Duell der Pitcher. Bei Regensburg übernahmen den Job Chikara Igami und Nicolas Antoine. Der Win ging diesmal an Antoine, ein Gewinn für den Verein sind aber beide Spieler, in diesem Jahr aus Frankreich in die Oberpfalz gekommen. Der Japaner Igami und vor allem der junge Franzose sind nicht nur auf dem Mound aktiv, sondern auch als Coaches in der Nachwuchsarbeit der Legionäre.
Den entscheidenden Run holte am Sonntag mit Nino Sacasa ein Regensburger Urgestein und auch das ist bezeichnend für die Mannschaft, die Matt Vance gebaut und entwickelt hat. Die Mischung aus starken Neuzugängen und langjährigen Legionären soll es in diesem Jahr machen. Denn, so viel ist auch klar: Bei aller Freude über den Finaleinzug, Vance und sein Team wollen mehr. Sie haben den ganz großen Traum. Sie wollen die Meisterschaft.
Meisterschaftsduell mit Heidenheim
Zu all dem passt natürlich, dass es im Finale nicht gegen Nord-Meister Bonn, sondern gegen den ewigen Süd-Rivalen Heidenheim geht. Der deutsche Baseball-Clasico wird in mehreren Akten über die Meisterschaft entscheiden. Mehr kann sich eigentlich auch die DBL für ihre erste Saison nicht wünschen.
Am Samstag um 14 Uhr geht es in der Armin-Wolf-Arena los mit der Final-Serie, Teil zwei folgt am Sonntag ebenfalls um 14 Uhr. Karten für die Partien gibt es im Ticketshop der Guggenberger Legionäre.


