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Mi. 05.06.2024 / 19: 00 vs. Eagles Praha

Valentin Thumann leitete das Comeback der Guggenberger Legionäre mit einem Double ein. (Foto: fotoschmiede-mcb.de)

Ein Inning rettet Regensburgs Wochenende

Die Guggenberger Legionäre melden sich gegen Bonn furios zurück. Das Vance-Team holt sich zum Auftakt der Interleague-Runde nach 1:2-Niederlage per 11:4-Sieg den Split beim Nordmeister.

Es ist eine der beliebtesten Weisheiten dieses Sports überhaupt, gerade von Coaches im Nachwuchsbereich immer gerne genommen: Im Baseball ist alles möglich, bis das letzte Aus gemacht ist. Wer dafür einen Beleg braucht, kann künftig die Aufzeichnung von Spiel 2 der Guggenberger Legionäre bei den Bonn Capitals heranziehen. Die Regensburger waren fast zwei Begegnungen lang nahe am offensiven Offenbarungseid. Über 16 Innings hinweg reichte es gerade mal zu insgesamt zwei Runs. Stattdessen erlebten die Regensburger Fans ein Festival der verpassten Chancen. Konsequenz: Niederlage in Spiel 1, Rückstand in Spiel 2.

Im achten Inning der zweiten Partie sollte sich dann aber plötzlich alles ändern. Die Bonn Capitals hatten ihr Fachpersonal in Sachen Pitching weitgehend aufgebraucht. Für den Rest der Werfer entwickelte sich das Spiel an dieser Stelle zum Alptraum. Valentin Thumann eröffnete mit einem Double. Ein paar Walks und Wild Pitches später holte er sich dann auch den zweiten Regensburger Run, verkürzte auf 2:4.

Doppeltes Thumann-Double

Den ersten Punkt hatte schon im zweiten Inning Daniel Patrice zur Legionäre-Führung geholt. Danach hatten aber erstmal die Capitals das Sagen. Unter anderem durch einen Homerun des Ex-Regensburgers Simon Bäumer. Leidtragender war dabei Felix Bock. Er hatte im dritten Inning von Comebacker Leeroy Tavarez übernommen. Nach längerer Verletzung meldete sich der US-Starter zurück, ließ in zwei Innings nur einen Hit zu. Ansonsten war die Bonner Offensive auf Null gestellt.

Bock kassierte nach der Bäumer-Bombe bis zu seiner Ablösung durch Quentin Moulin so gut wie nichts mehr. Der Franzose war dann für die Capitals mehr oder weniger nicht zu überwinden. Aber auch die Kollegen brachten wenig zustande. Bis eben zum achten Inning. Nach dem Thumann-Run sorgte Daniel Patrice per SacFly für das 3:4. RBI-Singles von Nino Sacasa und Devon Ramirez brachten die Führung der Guggenberger Legionäre. Die hatten jetzt Spaß am Hauen, daran änderte auch ein weiterer Pitcher-Wechsel nichts.

Im Gegenteil: Devon Ramirez klaute sich den nächsten Punkt auf Home. Valentin Thumann begrüßte den neuen Werfer mit seinem zweiten Double in diesem Inning, erneut inklusive RBI. Die Regensburger hatten vor dem Schlussabschnitt aus dem 1:4 ein 8:4 gemacht. Und sie legten gleich nach, nutzen diesmal ihrer Chancen. Mit Walks hatte der Bonner Pitcher die Bases vollgemacht, danach holten die Capitals in einer Art Verzweiflungsakt ihr Multifunktionstool Maurice Bendrien auf den Mound. Tags zuvor noch Catcher, verwandelte er sich diesmal vom Leftfielder zum Pitcher.

Er machte seine Sache gut, konnte aber weitere Punkte durch Singles von Elias von Garßen und erneut Valentin Thumann, sowie einem SacFly von Kohei Sasagawa nicht verhindern. Quentin Moulin machten dann den Deckel auf die Sache, die Guggenberger Legionäre hatten sich ihren Sieg erkämpft.

Unzählige verpasste Chancen

Damit hatte die Truppe von Matt Vance nach dem Verlauf des Spiels am Vortag vielleicht selbst nicht mehr so richtig geglaubt. Die Niederlage nach elf Innings war eine bittere Pille, auch weil die Regensburger mehrfach die Chance hätten, die Partie auf ihre Seite zu sehen. Geklappt hat es nicht.

Das hatte unter anderem mit 14 Runners left on Base zu tun. Mehrfach ließen die Legionäre Bases loaded ungenutzt. Dazu kamen ganze Serien von Looking Strike Outs. Selbst wenn der Umpire an der Platte die Strike Zone zum Teil absurd weit nach außen wachsen ließ, in der Häufigkeit darf dies gerade in der entscheidenden Phase des Spiels nicht passieren. Dazu gesellten sich einige wirklich unangenehme Error in der Defensive.

Nur die starke Leistung der Pitcher Christian Pedrol, Nicolas Antoine und Tim Fischer machte es möglich, dass es die Regensburger mit dem von Daniel Patrice erschlagenen Sacasa-Run bis in die Extra-Innings schafften. Es passt zu dieser Partie, dass am Ende ein eher verunglückter Bonner Schlag für den entscheidenden Walk-Off-Run ausgerechnet durch den nicht gerade als Laufwunder verschrieenen Simon Bäumer sorgte.

Heimspiele gegen Hamburg

Es spricht für die Mannschaft von Matt Vance, und auch für Vance selbst, dass sich die Truppe trotz dieser schwierigen Konstellation nicht aufgegeben und die eigene Belohnung erarbeitet hat. Den Schwung aus den letzten beiden Innings vom Sonntag müssen die Guggenberger Legionäre jetzt für die Heimspiele am Freitag und Samstag, jeweils 19 Uhr, gegen Hamburg konservieren. Die Stealers kommen in die Armin-Wolf-Baseball-Arena mit der Empfehlung eines Mercy-Rule-Sieges gegen Meister Heidenheim in ihrer ersten Interleague-Partie.

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