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Mi. 05.06.2024 / 19: 00 vs. Eagles Praha

Champions League in der Armin-Wolf-Baseballarena (Foto: Rene Thalemann)

Champions League: Ein Turnier, das nachwirkt

Die Guggenberger Legionäre haben die Premiere der Baseball Champions League Europe ausgerichtet und dabei Clubs aus vier Nationen in die Armin-Wolf-Arena geholt. Auf dem Feld endete das Wochenende mit drei Niederlagen. Was bleibt, ist mehr als das.

Am frühen Sonntagabend schloss ASD Parma das Gruppenturnier der Baseball Champions League Europe in Regensburg mit einem 18:5-Sieg gegen die Guggenberger Legionäre ab, nach sieben Innings per Mercy Rule.  Es war die dritte Niederlage in drei Spielen für die Gastgeber und der Schlusspunkt unter drei Tage, für die es keinen einfachen Rückblick gibt.

Viel Lob für die Premiere

Die Baseball Champions League Europe hat ihre Gruppenphase in der Armin-Wolf-Baseball-Arena eröffnet. Vier Vereine aus vier europäischen Ligen – Deutschland, Niederlande, Italien und Tschechien – spielten an diesem Wochenende um zwei Startplätze für das Finale im September. Vor gut besuchten Rängen eröffneten WBSC-Präsident Riccardo Fraccari und Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker das Turnier. Mit dabei Regensburgs Oberbürgermeister Thomas Burger. Es war eine Kulisse mit Gewicht.

Matt Vance hatte vor dem Turnier formuliert, sein Team wolle zwei Siege holen und sich für das Final Four qualifizieren.  Das Ziel blieb unerreicht. Wie es dazu kam, lässt sich an drei Spielen ablesen, die unterschiedlich verliefen, aber ein gemeinsames Muster hatten: Regensburg traf immer zuerst und setzte sich nie durch.

Guter Start ohne Happy End

Den besseren Start in das Auftaktspiel gegen die Oosterhout Twins hatten die Legionäre. Im zweiten Inning gelangten Elias von Garßen und Daniel Patrice per Single auf die Bases. Devon Ramirez Beaver brachte dann mit einem Double von Garßen von der zweiten Base zum 1:0 nach Hause. Christian Pedrol hielt diese Führung. Der Rechtshänder ist in der DBL in dieser Saison mit 41 Strikeouts auf 24 Innings und einer ERA von 1,12 gestartet und blieb zunächst auch gegen Oosterhout schwer zu schlagen. 

Die Gegentreffer kamen im vierten Inning durch zwei aufeinanderfolgende Doubles: Nando Mostaert traf ins linke Zentrum, Luuk Bun brachte ihn mit einem weiteren Double nach Hause, Ausgleich zum 1:1. Ein Inning später folgte der entscheidende Schlag: Robert Philip Paller, israelischer Olympia-Teilnehmer, trat mit zwei Outs an die Platte und traf den vierten Pitch seines At-Bats weit über den Zaun. 

Was folgte, war Regensburg auf der Suche nach dem Ausgleich und Oosterhout auf der Suche nach Gelegenheiten, ihn zu verhindern. Im sechsten Inning übernahm Nicolas Antoine den Mound und ließ in drei Innings zwar zwei Hits, aber keinen einzigen Run zu. Tim Fischer ergänzte im neunten mit einem scorelosen Frame ohne Hit.  Auf der anderen Seite: Im achten Inning stand Kohei Sasagawa per Bunt auf der zweiten Base, Elias von Garßen per Walk auf der ersten. Doch Daan Verpaalen startete ein 4-6-3-Double Play gegen Patrice und beendete die nächste Chance.  Im letzten Inning standen zwei Regensburger auf den Bases, zwei Outs. Doch Norwin Staps ging Strike Out. 

Sieben Hits, vier Walks und zu wenig Ertrag: das war Tag 1 in einem Satz. Vances Kommentar danach klang nüchtern: „Es war ein wirklich gutes, knappes Spiel. Uns haben ein oder zwei Hits gefehlt. Insgesamt bin ich zufrieden, wie wir gespielt haben. Unser Pitching war gut. Wir müssen nur noch ein paar mehr Lücken finden.”

Viele ungenutzte Chancen

Gegen Draci Brno am Samstagabend begann Regensburg noch überzeugender. Norwin Staps eröffnete mit einem Single, Kohei Sasagawa folgte, Nino Sacasa Petzsch schob per Bunt-Single den ersten Run nach Hause. Elias von Garßen schlug ein Double mit zwei weiteren RBI. Devon Ramirez Beaver vollendete den Inning mit dem vierten Treffer. 4:0, und die Armin-Wolf-Arena war dabei. 

Dann begann das Muster sich zu wiederholen, das schon den ersten Abend geprägt hatte. Brno antwortete noch im selben Inning. Zwei Wild Pitches des Regensburger Starters brachten das frühe Chaos: Drei Brno-Runner kamen nach Hause, darunter zwei über Fehler. Nach der ersten Hälfte stand es bereits 4:3. 

Das kritischste Inning war das fünfte. Regensburg lag 6:4 zurück und hatte Sasagawa und Sacasa auf zweiter und dritter Base mit nur einem Out. Ein Sacrifice Fly, ein einfacher Single hätte gereicht. Harms ging per Flyout aus. Rauwolf ging per Flyout aus. Zwei Runner blieben zurück. 

Im achten Inning, inzwischen 10:7 im Rückstand, kam die letzte Gelegenheit. Verzin lief auf Base, Staps holte sich kurz darauf einen Single, Thumann stand auf zweiter. Sasagawa am Schlag, der Mann, der an diesem Abend dreimal in vier Versuchen einen Hit hatte. Strikeout swinging. Wieder zwei Runner left on base. 

Acht LOB insgesamt für die Legionäre über neun Innings.  Zwischendrin: Domenic Rauwolf schickte im siebten Inning einen Two-Run-Homerun über den Zaun im Rightfield. Die Armin-Wolf-Arena lebte noch einmal auf.  Doch Brno ließ sich nicht mehr in Bedrängnis bringen. Der Endstand: 11:7. Im neunten Inning saßen drei aufeinanderfolgende Strikeouts für Sacasa, Harms und Rauwolf. 

„Es ist natürlich im Moment sehr enttäuschend. Hierherzukommen, die ersten beiden Spiele zu verlieren und so auszuscheiden. Das war nicht das, was wir uns für diese Woche vorgenommen hatten. Ich bin trotzdem sehr stolz auf unsere Jungs”, sagte Headcoach Matt Vance. „Unsere Stärken liegen normalerweise im Pitching und in der Verteidigung, und beides hat uns dort zu Beginn im Stich gelassen.” 

Kinskofers Moment, Parmas Klasse

Das Abschlussspiel am Sonntag gegen ASD Parma, das das Final Four nach zwei Siegen bereits sicher hatte,  begann wie die beiden Spiele zuvor: Regensburg traf zuerst. Ein RBI-Single von Domenic Rauwolf brachte die Gastgeber im ersten Inning in Führung.  Was dann folgte, war Parma ohne Rücksicht: Zehn Runs in den ersten beiden Innings, darunter ein Grand Slam von Noel Gonzalez in einem Acht-Runs-Rally.  Starter Matteo Marelli musste nach einem Inning-Plus mit fünf zugelassenen Hits, neun Runs und vier Walks raus. 

Auf der Regensburger Seite gab es an diesem Nachmittag dennoch einen Spieler, den man sich merken sollte: Thomas Kinskofer traf 3-für-3 mit einem Homerun und drei RBIs. Norwin Staps sammelte ebenfalls drei Hits für die Gastgeber.  Kinskofer gehört zu dem Teil des Kaders, der aus neun Spielern der Jahrgänge 2004 und jünger besteht.  Sein Auftritt am letzten Turniertag gab einen Hinweis, wo dieses Team stehen könnte, wenn die Erfahrung dieser Woche sitzt.

Noel Gonzalez schloss für Parma mit sechs RBIs ab; Manuel Geraldo brachte es auf vier Hits, drei Runs und drei RBIs.  Der Endstand nach sieben Innings: 18:5.

“Ich liebe es hier“

Parma reiste als ungeschlagener Gruppensieger ab und zog ins Final Four ein. Draci Brno folgte mit 2:1.  Das Final Four findet am 26./27. September statt, den Austragungsort gibt der WBSC noch bekannt.

Regensburg scheidet mit 0:3 aus. Das Muster über drei Tage war konsistent: In jedem Spiel kamen die Legionäre zuerst auf die Tafel, in keinem konnten sie die frühe Energie in ein Ergebnis verwandeln. Tag 1: ein Run bei sieben Hits. Tag 2: acht Runner left on base. Tag 3: frühe Führung, dann Parma ungebremst.

Das Turnier war gut besucht, das Spielniveau europäische Spitze. Die Eröffnung mit Fraccari, Füracker und dem Regensburger Oberbürgermeister auf der Tribüne und Spielern wie Kinskofer auf dem Feld zeigte, was Regensburg als Baseballstandort mittlerweile darstellt. Brno-Spieler Jakub Hajtmar brachte es nach dem Samstagsspiel so auf den Punkt: „Ich liebe es hier. Ich liebe das Stadion. Ich liebe die Stadt.” Das ist kein schlechtes Zeugnis für einen Gastgeber.

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