Bino

News 27. September 2016 | Christian Swoboda

Eine tolle Karriere neigt sich dem Ende: Christoph Zirzlmeier will seinen Handschuh an den Nagel hängen. Der Regensburger mit der Nummer 21 feierte am 19. April 2008 sein Debüt in der 1. Bundesliga. In neun Spielzeiten absolvierte "Bino" 227 Spiele für die Buchbinder Legionäre, in denen er 191 Hits, davon 15 Homeruns, bei einem Schlagdurchschnitt von .272 erzielte sowie 121 Runs und 125 RBIs sammelte. In einem persönlichen Schreiben will sich der First Baseman von seinen Weggefährten, Freunden und Fans verabschieden. Foto: Walter Keller.

*Ich habe beschlossen, meine aktive Karriere zum Saisonende zu beenden. Ich kann äußerst zufrieden mit meiner Leistung der vergangenen Jahre sein, und dass wir es geschafft haben, den Deutschen Meistertitel fünf Mal nach Regensburg zu holen. Vielleicht ja auch ein sechstes Mal. Irgendwann aber kommt die Zeit für den Abschied.

Ich war mir schon während der letzten Monate nicht mehr sicher, ob ich die nötige Motivation und Energie für weitere Spielzeiten aufbringen kann. Es ist nicht meine Art, etwas zu tun, wovon ich nicht zu 100 Prozent überzeugt bin. Damit aufzuhören, was man liebt, Baseballspielen, ist eine der härtesten Entscheidungen meines Lebens. Vor allem diejenigen, die mich genauer kennen, wissen, welche Einstellung ich immer zu meinem Hobby hatte. Hobby, ist das Stichwort: Höhere berufliche Anforderungen sowie viele Verpflichtungen abseits des Spielfeldes erlauben es mir zeitlich nicht mehr, zu 100 Prozent im Dienste des Vereins und der Mannschaft zu stehen. Der Strukturwandel in den letzten Jahren sowie die höheren Anforderungen, wie beispielsweise eine Euro League, haben dazu geführt, dass der Zeitaufwand für mich leider nicht mehr tragbar ist.

Mit einem lachenden und einem weinendem Auge werde ich die Spielfläche verlassen. Das Wissen, dort nie wieder mitzuspielen, wofür man jahrelang hart gearbeitet hat, macht mich schon etwas traurig. Andererseits überwiegen bei mir die positiven Erinnerungen und all das, was man miterleben durfte. Vor 3000 Zuschauern in einem Finale zu spielen war der Hammer. Ganz Europa zu bereisen und in den verschiedensten Stadien auf höchstem europäischem Clubniveau gespielt zu haben, erfüllt mich mit Stolz. Zum Schluss möchte ich meiner Freundin und meiner Familie danken, die all die Jahre auf vieles verzichten mussten. Ebenso möchte ich den Freunden, Trainern, Ärzten, Sponsoren, Partnern und Weggefährten danken, die mir stets mit Rat und Tat zur Seite standen und mich auf meinem Weg begleitet haben.

Einen außerordentlichen Dank möchte ich den Buchbinder Legionären, meinem Heimatverein, aussprechen. Ebenso gilt ein Riesendank an all diejenigen, die abertausende von ehrenamtlichen Arbeitsstunden für mich investiert haben, wie zum Beispiel den Leuten vom Foodshop, von Legionäre TV, der Groundcrew sowie all den Leuten, die im Hintergrund tätig sind, und auch all denjenigen, die jetzt nicht direkt erwähnt wurden. Ihr wisst schon wie es gemeint ist. ;-)

Einen expliziten Dank möchte ich auf diesem Weg Philipp Weishaupt und seinem Team vom RFZ Rückenzentrum Regensburg aussprechen. Nur durch euch hat es geklappt, mich immer wieder rechtzeitig fitzukriegen. Drei Bandscheibenvorfälle und dutzende andere Blessuren und Verletzungen haben euch nicht gehindert, mich in bester und absolut professioneller Art zu begleiten und mir konstant mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Besonders hervorheben möchte ich auch Christian Siegert-Bomhard, der mir jahrzehntelang bei all meinen Sorgen und Problemen zur Seite stand und stets geholfen hat. Seine offene, aber direkte und ehrliche Art schätze ich sehr und haben mich bestimmt auch zu einem besseren Menschen gemacht. Das Wissen, das Vorbild seiner beiden Söhne zu sein, erfüllt mich mit Ehre.

Zu guter Letzt möchte ich meinem jahrelangen Trainer und Erfolgsgaranten auch auf diesem Wege Danke sagen: Martin Helmig, mein Mentor, Motivator, Kritiker und Kumpel zugleich, der mich gelehrt und zu dem gemacht hat. was ich jetzt bin. Ohne ihn hätte es gut sein können, dass ich damals im Winter 2009 den Verein gewechselt hätte. Die Chance von ihm bekommen zu haben, sich in der 1. Bundesliga zu beweisen und für die Legionäre zu spielen, verdanke ich Martin noch heute. Stetiges Streben, besser zu werden, konstruktive Kritik, wenn etwas nicht passte, ein offenes Ohr bei Problemen jeglicher Art und viele viele andere positive Seiten prägten mich während meiner gesamten Karriere.

Ein großartiger Abschnitt in meinem Leben neigt sich dem Ende zu, vorbei ist es aber noch nicht ganz. Mit voller Vorfreude auf die anstehende Finalserie gegen die Mainz Athletics, möchte ich ein letztes Mal alles geben, einen sechsten Meistertitel nach Regensburg zu holen.

Gemeinsam packen wir das. Euer Chris Zirzlmeier*